Wildhüter St. Hubertus e.V.

Hubertusgeschichte

In Deutschland, im benachbarten Belgien und Frankreich, gilt der hl. Hubertus als Schutzpatron der Jäger, weil ihm nach der Legende beim ungehemmten Jagen in der Karwoche ein kreuztragender Hirsch erschienen sein soll, um ihn zu mahnen von diesem unbeherrschten Leben abzulassen und das Heil seiner Seele zu suchen.
In der von einem Mönch um 8O0 verfassten VITA ST. HUBERTI ist von dieser Erscheinung noch nichts erwähnt und in der Tat handelt es sich um eine übertragene Legende, wie sie sich auch um den Eustachius (Österreich) und die Heiligen Meinolphus und Johannes von Matha rankt.
Die geschichtliche Person des hl. Hubertus als Nachfolger des hl. Lambertus auf dem Bischofsstuhl zu Maastricht, den er nach Lüttich verlegte, steht fest und seine Verdienste als „Apostel der Ardennen“ sind eine der Ursachen dieser Legende. Als er dort das Christentum verbreitete, opferte man hier noch der römischen Diana Wild. Unter seinem Einfluss wurde es nun Sitte, dem Kloster Andagium in den Ardennen den Wildzehnten zuzuwenden.
Dieses Kloster pflegte auch schon sehr früh die Zucht besonders begehrter Jagdhunde (Hubertushunde) welche durch Berufsjäger an alle Fürstenhöfe der damaligen Zeit gebracht und hoch bezahlt wurden.
St. Hubertus starb 727 und wurde in Lüttich beigesetzt. Unter CARLOMANN, „frere Pepin le bref“ erfolgte am 3. November 743 die feierliche Erhebung der Reliquien, wodurch dieser Tag zum Festtag des Heiligen wurde. Auf Bitten der Mönche der dem hl. Petrus geweihten Abtei Andagium (Andage) wurden die Gebeine St. Huberti den dortigen Benediktinern überlassen und in einem feierlichen Zuge, begleitet von den höchsten Edelleuten Frankreichs 825 dorthin überführt. Seit diesem Tage führen Abtei und Stadt den Namen ST. HUBERT.
Durch die Wildgaben an die Abtei und durch den Ruhm ihrer Hunde war der „Apostel der Ardennen“ im Volksbrauch zum Schutzpatron der Jagd geworden, der bei der Bevölkerung in hohem Ansehen stand.
Wesentlich für den Hubertuskult in Deutschland und seine weite Verbreitung war ein anderer Anlass.

Bekehrungsszene
St. Hubertus

Am 3. November 1444 errang Gerhard, Herzog von Kleve und Geldern, in der Schlacht bei Linnich einen entscheidenden Sieg über das Haus Egmont.
Er nahm den Sieg am Festtag des Heiligen zum Anlass, den ritterlichen Hubertusorden zu gründen. Daher und von diesem Tage an kommt die große Verehrung als Jägerpatron in Deutschland, weil bald alle regierenden Herren dem Orden angehörten, dessen letzte souveräne Hochmeister die letzten Könige von Frankreich waren. Die Mitglieder des Ordens trugen den schwarzen spanischen Mantel, eine rubinrote Schärpe und ein goldenes Halskreuz, in dessen Mittelpunkt die legendäre Bekehrungsszene dargestellt war. Zunächst breitete sich die Verehrung des Heiligen im Rheinland aus, wo es heute noch ca. 80 Hubertuskirchen gibt und von wo aus seit den frühesten Zeiten und mit Höhepunkten im 18. Jahrhundert Wallfahrten nach St. Hubert in Belgien zogen.
Die Hubertusmessen waren bei uns nie ganz ausgestorben, schon weil sie in allen Hubertuskirchen am Patronatsfest gefeiert wurde.
Hier und da begeht man auch das Fest, indem die Jäger sich vor oder nach einer Jagd an einer kleinen Kapelle zum Patronatsfest treffen.
Zahlreiche Jagdhornbläsergruppen begegneten 1954 aus Anlass der Internationalen Jagdausstellung in Düsseldorf erstmalig den französischen musikalischen Ausführungen mit Parforcehörnern in der messe solenelle de St. Hubert“ und waren begeistert. Das im 16. und 17. Jahrhundert gebräuchliche große Horn kam in verschiedenen Formen wieder zurück.
So, wie die christlichen Feste, sollte der 3. November mit der Hubertusmesse keine Feier der Beliebigkeit werden, bei der die Festansprachen nicht mehr in die Reviere dringen.
Die Legende von Hubertus hat bis heute nichts an Aktualität verloren.

Wildmeister DIETER BERTRAM

Grafik: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen
Bekehrungsszene St Hubertus