Wildhüter St. Hubertus e.V.

Jägersprüche 2

Das Weidwerk ist aus einem Grunde
so maßlos schön zu jeder Zeit:
Es hält für dich zu jeder Stunde
ein ungeahntes Glück bereit.

Mensch und Fuchs, sie beide jagen,-
Der mit Pulver, der mit List,
Und ich weiß es nicht zu sagen,
Wer von beiden schlauer ist.

Eines aber will mir scheinen:
Hätt` der Fuchs ein Schießgewehr,
Gäb` es auf der Welt nicht einen,
Auch nicht einen Hasen mehr!

Dr. W. Riegler

O seht, vorbei ist Winters Weh,
Die Hasel streut Goldstaub auf den Schnee. Johann Trojan

Leberblümchen

Da noch alles liegt im Schweigen,
Gibt sich schon der Frühling kund:
Sonne zwischen kahlen Zweigen
Leuchtet warm auf Waldesgrund.

Wohl zum Aufblüh`n kann das taugen
Einem Kräutlein zart und fein.
Sieh, schon blinkt`s mit blauen Augen
In den jungen Sonnenschein.

Joh. Trojan

Denn was ein rechter Jäger ist,
Der hat auch seine Zeichen,
Er senkt`s Gewehr vor manchem Wild,
Wenn er`s auch könnt erreichen.

Rieselnde Stunden sind zögernd verronnen,
Seit es stillnächtlich zu keimen begonnen,
Rastlos zu weben an Liebe und Leben,
Das sich nun wieder verjüngende Jahr;

Jauchzende Freuden wird es euch bringen
Harrendes Hoffen und frohes Gelingen,
Blumen und Brüche und Wild für die Küche,
Sonnige Tage in drängender Schar.

Dr. Riegler

Ein Wildgraf ist der Auerhahn,
Er haust auf steilen Höh`n,
Und hüb` im Lenz die Balz nicht an,
Wär` nie er zu erspäh`n

Fritz Bley

Im Walde lockt der wilde Tauber

Am stillen See der Weißdorn blüht,
Da kommt der alte Frühlingszauber
Gewaltig über mein Gemüt.

Mir ist, als sollt` ich Flügel dehnen
Ins klar vertiefte Blau dahin,
Mein Auge schwillt von heißen Tränen,
Und doch in Freuden steht mein Sinn.

Geheimnisvolle Glut ergreift mich
Bei tiefer Nacht oft wunderbar
Und wie mit süßer Ahnung streift mich
Im Traum einflatternd Lockenhaar.

Und Morgens dann in roter Frühe
Erwacht mein Herz so reich und froh,
Als wüßt es, dass sein Glück ihm blühe
Und müsste nur noch raten, wo?

Emanuel Geibel

Der Schweißhund

Der alte Hegemeister Fichter
War ein bekannter Schweißhundzüchter,
Und wo er stand und wo er ging,
Sein Hirschmann an dem Riemen hing.

Als einst im Wald er birschend schaute,
Vernahm er zarter Stimmen Laute:
Schmaltiere sind`s, zweibeinig zwar,
Neugierig äugend, - das war klar!

Und grüßend fragt die große Blasse:
„Wie nennt man diese Hunderasse?“
Da bleibt der Hegemeister steh`n:
„Ein Schweißhund ist`s, den Sie hier seh`n!“

Und weiter geht das zarte Fragen:
„Der kann viel Hitze wohl ertragen?“
Und eine meint: „Monsieur, pardon,
Cèst un chien transpiration?“

Hirschmann, verdrießlich durch das Gaffen,
Macht sich am nächsten Baum zu schaffen:
Er schnüffelt auf, er schnüffelt ab
Und gibt dann seine Karte ab.

Da fragt die eine kleine Nette:
Ob Hirschmann einen Stammbaum hätte,
sehr oft schön hätt` sie das gehört
Bei Hunden von besond`rem Wert!

Auch hierdurch wollt` es nicht gelingen
Den Alten aus dem Text zu bringen.
„Nee“ sagt er dann, „das glaub` ich kaum,
Mal nimmt er den, mal jenen Baum!“

Dann dampft` er seinen Knaster heiter
Und zog auf seinem Birschsteig weiter,
Das Schmalwild stand verhoffend lang –
Und durch den Wald Gekicher klang!

Johannes Koch

Willst du erfragen,
Wo der Bock hat geschlagen,
Frag keinen Jäger, der gibt`s nicht an,
Frag junge Bäume, bist besser dran.

Franz von Kobell

Was der Augenblick verdorben,
Dir entkam durch deine Schuld,
Wird vielleicht dir noch erworben,
Nur durch Ruhe und Geduld.

Bist du von der Arbeit ermattet, erschlafft,
In des Waldes geheimen Weben
Beim edlen Weidwerk suche dir Kraft
Zu neuem Schaffen und Streben!

Johannes Koch

für Sie zusammengestellt von
Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

Grafik: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen