Wildhüter St. Hubertus e.V.
St. Hubertus
Besinnung - Freude - Dank
Eine Betrachtung zum 3. November
Die Legende von Hubertus hat bis heute nichts an Aktualität verloren. Dringen die Hubertusmessen und ihre Festansprachen noch in die Reviere?
Während in Nationalparken dem Borkenkäfer tausende Hektar Wald geopfert werden, während die „Partei der Grünen“ sich für einen besonderen Schutz von wildernden Hunden und Katzen einsetzt, scheint es sich bei unserem Schalenwild um eine besonders geringwertige Tierart zu handeln, die auch nicht den Mindestschutz des Gesetzes verdient – Jagdverbot in der Setz- und Aufzuchtzeit.
Die Staatsforstverwaltungen, doch nicht nur sie, laden im Frühsommer zu „Jagdvergnügungswochenenden“ ein, bei denen führende Tiere der gesamten Schalenwildpalette mit prallem Gesäuge auf der Strecke liegen.
Ausnahmefälle? – Die Kühlhäuser und die zur Verschwiegenheit verpflichteten Schweißhundeführer könnten Auskunft geben.
Die Jagd mit künstlichen Lichtquellen, mit Lockstoffen, nach denen ganze Wiesentäler riechen, Lockinstrumente für Frischlinge bei denen die Bache abhanden gekommen ist – was sonst noch an „jagdlichen Feinheiten“ ersonnen wird.
„Die Würde des Tieres ist antastbar“ schreibt der bekannte Forstmann und Schweißhundeführer Seeben Arjes.
Zügellose Hetzjagden, wie sie durch die Medien angeprangert werden, verzerren das Bild aller Jäger gleichermaßen, wie die Angebote zur Tötung in Kleingattern unter dem Motto „Im Obsthof ist noch ein Damhirsch frei“.
Nachdenklichkeit zum Hubertustag und Distanz zu tierschutzwidrigen Jagdmethoden, selbst auf die Gefahr hin, dass wir uns auseinanderdividieren, weil wir nicht gemeinsam in einem Boot sitzen wollen, welches von Schießern Leck geschlagen wird.
Nicht der ist „Nestbeschmutzer“ der Abszesse gegen Tierschutz und Waidgerechtigkeit anspricht, sondern der, der sie verursacht.
Auf der Suche nach der jagdlichen Moral müssen wir wieder zu unserer eigenen Jägertradition kommen – erst Heger, dann Jäger.

Hubertusmesse
mit altem Berghirsch und Ehrenwache
Wenn wir uns wieder nach dieser Philosophie richten, werden wir, besonders am Hubertustag, vor uns und vor unseren Mitmenschen bestehen können.
Die Jagd ist ein großes Geschenk – sie ist mit Ehrfurcht und Achtung Schutzbefohlener verbunden.
Es ist nicht erforderlich, die Mehrheit der Jäger hinter sich zu wissen. Niemals weist eine Mehrheit die Elite aus, doch die Richtung, die Denkanstöße, sollten von ihr bestimmt werden.
Genießen wir den Hubertustag im Kreis von Jagdfreunden oder auch alleine mit dem Hund in der Natur.
In stillen Revieren und alten Jagdhütten können wir auch Heute noch auf Spurensuche gehen, dem Geist von Hubertus, Friedrich von Gagern oder auch der Feinsinnigkeit eines Hans Krieg, ehemaligem Präsidenten des Deutschen Naturschutz Ringes, begegnen.
In dem Konfliktfeld, in dem sich die Jagd befindet, hat das Zitat von Friedrich von Gagern mehr als je zuvor Gültigkeit:
„Jäger spielen zu wollen ist leicht,
wirklicher Jäger zu werden ist schwieriger,
Jäger zu sein ist schwer,
zwischen all dem Widerspruch und Widerstreit Jäger zu bleiben aber mitunter das Schwerste von allem“.
Wildmeister DIETER BERTRAM
