Wildhüter St. Hubertus e.V.

Weshalb bist du ein Jäger?

Weshalb bist du ein Jäger?
hat man mich gefragt,
und sinnend suchte ich Antwort
und habe dann gesagt:
„Frage den Abend,
der Sterne Pracht,
den hellen Vollmond,
die schwarze Nacht,
die stillen Berge,
das tiefe Tal,
die dunklen Wälder,
den Sonnenstrahl,
die murmelnde Quelle,
den rauschenden Bach,
die Drossel, den Tauber,
den Wachtelschlag.
Frage das Wiesel,
den Otter, den Luchs,
den Hirsch und den Rehbock,
den schlauen Fuchs,
den lauschigen Pürschweg,
den Dünensand,

die brechende Welle,
den einsamen Strand,
das helle Geläute,
das Jiff-Jaff der Jagd,
den ewigen Jäger
in stürmischer Nacht,
den Blitz und den Donner,
Gott Donars Geschoss;
frage den Falkner
auf windschnellem Ross.
Frage den Urmensch,
schleuderbereit,
alle, die jagten
in Feld, Wald und Heid`.
Frage den Frühling
im vielbunten Kleid,
des sonnigen Sommers
reifende Zeit,
den fruchtvollen Herbst
im farbigen Rock,
des eisigen Winters

weißes Gelock.
Frage mein Mägdelein,
sie wird dir`s singen
in tausend Rätseln,
in tausend Dingen.
Frage uns beide
bei Zitherklang,
fern grauem Alltag
bei Liedersang,
der wie ein Danken
zum Himmel dringt,
der wie ein Jubeln
ein Jauchzen erklingt!“
„Weit du es nun?“
So frage ich dich.
Eines nur fühl`ich:
Jagen muss ich!

unbekannter Verfasser

Grafik: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen