Deutscher Jagdterrier

Von Silvia Gabler

 

Geschichte

Der genaue Ursprung der Terrierrassen lässt sich heute nicht mehr feststellen. Bereits im dritten Jahrhundert wurden aber durch den Griechen Opinian wilde britannische Stämme beschrieben, die kleine Hunde dazu einsetzten, Spuren des Wildes mit der Nase zu verfolgen und es so aufzuspüren. Diese Hunde könnten unter Umständen die Urahnen unserer heutigen Terrierrassen sein.

Im „Book of St. Alban“ einer Schrift der Äbtissin Juliana Berners tauchen diese kleinen Hunde, die zur Jagd auf wilde Tiere eingesetzt wurden, ebenfalls auf.1686 wurde der Arbeitseinsatz von Terriern in dem Buch „Gentlemen’s Recreation“ von Blome folgendermaßen beschrieben: /„Der Terrier ist ein sehr kleiner Hund und wird für die Jagd auf Fuchs und Dachs verwandt. Seine Aufgabe ist es, unter die Erde zu gehen und das Wild zu stellen. Das heißt sie halten das Wild in einem Winkel des Baues-ein Fuchsbau hat viele Winkel-. während sie von oben ausgegraben werden. Der Stelllaut des Hundes und sein Kläffen zeigen an, wo sich der Fuchs befindet. Meist verwendet man eine Koppel Terrier, so dass man einen frischen Terrier einsetzten kann, um den, der zuerst einschlüpfte zu entlasten.“/

1800 erschien die Cynographia Brittanica, in der das Wesen des Terriers erstmals ausführlich beschrieben wurde. Der Autor Sydenham Edwards charakterisiert den Terrier so:“/Er ist oft streitlustig, mürrisch und leicht reizbar; von hoher Intelligenz, stets in Alarmbereitschaft, wenn er erst einmal in Aktion gebracht wurde. Wenn er auch nicht die unvergleichliche Hartnäckigkeit einer Bulldogge besitze, so habe er doch eine große Schnelligkeit seines Angriffs, den er in seiner eigenen Geschicklichkeit und mit hoher Intelligenz führe………………..“ /Die Farbe dieser Terrier wird als schwarz mit rotbraunen Läufen, rotbrauner Schnauze und Flecken derselben Farbe über den Augen geschildert, eine , die  wir heute bei vielen Rassen wie z. B den Gordon Setter vorfinden und die heute als Black and Tan bzw. als schwarz mit Brand bezeichnen.

Es soll aber auch fahlrote und weiß gedeckte Hunde gegeben haben, auch die Haarvarianten glatt und rauhaarig werden beschrieben.

 

Die Fuchsjagd war so beliebt, dass man speziell dafür meistens einen Terrier aufzuweisen hatte. Die Engländer betrieben zu dieser Zeit Zuchten nur für bestimmte Jagdarten, so züchtete man Pointer und Setter nur zum Vorstehen, also die Arbeit vor dem Schuss, Retriever zum Apportieren und Spaniels zum Stöbern. Der Foxterrier war ausschließlich für die Bodenarbeit zuständig.

Ab 1859 fanden die ersten Hundeausstellungen in England statt, dadurch entstanden mit der Zeit neben den auf Leistung ausgerichteten Zuchten auch solche, die ausschließlich auf das äußere Erscheinungsbild ausgerichtet waren. So verlor auch der Fox Terrier immer mehr an jagdlichen Eigenschaften und wurde häufig als reiner Haus- und Ausstellungshund gehalten.

Die ersten, meist aus Leistungszuchten stammenden Fox Terrier kamen um 1880 nach Deutschland und wurde sehr rasch populär, wobei damals die kurzhaarige Variante bevorzugt wurde. Diese Terrier hatten inzwischen eine weiße Grundfarbe mit Scheckung.

Oberforstmeister Rudolf Frieß, Gutsbesitzer Walter Zangenberg und Fabrikant Carl Erich Gruenewald betätigten sich in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg als begeisterte Bodenjäger. Als reine „Jägergruppe“ innerhalb des zahlenmäßig starken Foxterrierclubs standen sie ständig in Opposition zu den reinen „Sportzüchtern“, die den Fox in erster Linie „schön“ und in zweiter Linie „scharf‘ züchten wollten. Zur damaligen Zeit galt der Foxterrier als allgemein beliebter Haus- und Sporthund von Weltgeltung.

Die drei Jagdkynologen sahen jedoch als ihr erklärtes Zuchtziel einen schwarz-roten Erdhund und propagierten diese Idee bei jeder Gelegenheit.

Dadurch kam es zwischen ihnen und den Foxterrier Züchtern zu einem Zerwürfnis. Schließlich verließen Frieß, Zangenberg und Grünewald den Verein. In ihren Bestrebungen ihnen angeblich (Anmerkung: es gibt in der Literatur über den DJT durchaus widersprüchliche Aussagen) ein Zufall zu Hilfe. Der Zoodirektor, Dr. Heck -Hagenbeck, schenkte Herrn Zangenberg vier schwarz-rote Terrier, die angeblich aus reingezüchteten alten Foxterrierstämmen stammten. Diese schwarz-roten Hunde wurden als „Deutsche Jagdterrier“ bezeichnet. In der Färbung hatten sie tatsächlich keine Ähnlichkeit mit den damals weitum bekannten Foxterriern. Somit war ein neuer kleiner Terrierschlag, der dem alten: englischen Ur-Terrier ähnelte, aus der Taufe gehoben worden. Die vier schwarzroten Stammhunde „Werwolf, Raugraf, Morla und Nigra“ (Heck/Zangenberg) paarte Zangenberg, zunächst mit seinen besten Foxterriern, die viel „gedeckte“ Farben aufwiesen. Er besaß auf seinem Gut riesige Zwingeranlagen und oftmals benutzte er über 100 Tiere zur Zucht. Trotz dieser gezielten Paarungen lagen in den Würfen aber wieder viele Schecken. Es stellte sich heraus, dass die Zucht alleine auf dieser Basis nicht weitergehen konnte. Die erwünschte schwarzrote Farbe sollte nicht wieder verloren gehen.

Darüber hinaus erwies sich wohl auch, dass eine Inzucht auf die vier „Heck-Hunde“ nicht möglich war, da einerseits die jagdlichen Eigenschaften nur bedingt gut waren, anderseits die Nachkommen zu wenig wesensfest erschienen.

Dr. Herbert Lackner, Zahnarzt in Königsberg, Ostpreußen, ein hochpassionierter Jäger und Hundezüchter, erfuhr von dieser Rasseneugründung.  Dr. Lackner beabsichtigte zur damaligen Zeit – die Zuchtberichte Zangenbergs erschienen in den deutschen Jagdzeitschriften – einen „Deutschen Jagdschnauzer“ herauszubringen. Er hatte diese Rasse bereits in drei Generationen spurlaut und scharf gezüchtet. Mit diesem Ergebnis und seinen züchterischen Erfolgen stellte er sich den Herren Frieß, Zangenberg und Grünewald vor. Dies brachte Dr. Lackner umgehend eine Einladung zu einer Besprechung nach München ein.

Dr. Lackner erkannte rasch die kritische Situation dieser neuen Hunderasse. Es fehlte an der Möglichkeit, die schwarz-rote Farbe tatsächlich zu fixieren. Noch dramatischer aber erschien, der Mangel an der Wesensfestigkeit, an starken Nerven und den für einen vielseitigen Jagdgebrauch nötigen Eigenschaften, den die Hunde aufwiesen. Einige „Probehunde“ aus dem Zangenberg’schen Musterzwingern erstand Dr. Lackner und nahm sie mit nach Ostpreußen. Diese Tiere konnten aber, nach Aussage Dr. Lackners, den direkten Vergleich mit den dort gezüchteten Jagdschnauzern nicht bestehen. Letztere verfügten bereits über eine hervorragende Nase, besten Spurlaut, beachtliche Schärfe, sowie einen ausgezeichneten Jagdverstand.

Der nahe liegenden Lösung, die Zangenberg’schen Hunde mit denen von Dr. Lackner gezüchteten zu kreuzen, widersetzte sich aber Oberforstmeister Frieß, der seinerzeit bereits eine international anerkannte Kapazität auf dem jagdkynologischen Sektor und weitgehend federführend in vielen Jagdzeitschriften war. Es blieb somit bei der seinerzeit in München festgelegten Idee, einen schwarz-roten, scharfen, spurlauten und wasserfreudigen Jagdterrier mit hohem Jagdverstand zu schaffen. Er sollte nur aus Paarungen zwischen Terrier Rassen auf die Beine gestellt werden. Der „Jagdschnauzer“ dagegen verschwand dadurch völlig in der Versenkung.

Oberforstmeister Frieß, der zunächst dem 1924 gegründeten „Deutschen Jagdterrierklub“ vorsaß, trat schließlich mit der Bitte an Dr. Herbert Lackner heran, statt seiner Idee vom „Jagdschnauzer, die Idee der neuen Rasse „Deutscher Jagdterrier“ zu verwirklichen. Dr. Lackner nahm sich dieser Aufgabe gerne an, schließlich erschien ihm das Herausbringen von neuen Rassen züchterisch überaus reizvoll. Er fühlte sich dazu berufen, war es ihm doch innerhalb weniger Jahre gelungen, aus kleinen schwarzen Schnauzern, schwarzroten Glatthaar-Pinschern, braun-roten Brüsseler-Griffons den sogenannten „Jagdschnauzer“ heraus zu züchten. Dr. Lackner trat gänzlich unbefangen in diesen kleinen Züchterkreis.

Zunächst zweifelte er daran, dass die erwähnten vier schwarzroten „Heck-Hunde“ wirklich Foxterriern entstammten. Seine Erkundigungen ergaben dann auch, dass im Nebenzwinger der Foxterrier-Mutterhündin der vier „Schwarzroten“ ein englischer, roter und rauhaariger Importrüde mit schwarz gestichelten Sattel gestanden hatte. Er dürfte also eher ein Welsh Terrier oder eine Kreuzung zwischen dem schwarz-roten Welsh – und einem fahlroten Irish Terrier entstammen. Von ihm könnte darum auch die braun-rote Farbe ohne schwarz des Deutschen Jagdterrier stammen! Die „Enthüllung“ dieser Tatsachen erfreute nicht alle beteiligten Züchter.

Dr. Lackner übernahm nun auch den Vorsitz und damit die Zuchtleitung von Oberforstmann Frieß. Er schlug vor, in England nach „Ur-Terriern“ zu forschen, wie diese in alten englischen Büchern als schwarz-rote und rauhaarige Terrier geschildert waren. In dieser Zeit sah er zufällig auf einer Ausstellung in Nizza zum ersten Male ein einzelnes Exemplar des Welsh Terriers.  Diese war damals, in Deutschland noch nicht bekannt.

Auf der Suche nach einer rein schwarz-roten und rauhaarigen Terrier Rasse zur Einkreuzung in die neue Deutsche Jagdterrier-Zucht wurde nun auch die Welsh Terrier-Rasse in Betracht gezogen. Die erstrebte Beschaffung eines schwarz-roten Altenglisch-Rauhaarterriers, hier scheiden sich die

Geister, denn eine Hunderasse, unter diesem Namen hat es wohl nie gegeben, schritt inzwischen durch Dr. Lackner weit fort. Ein Hundesachverständiger und englischer Universitätsprofessor – er lehrte in Königsberg die englische Sprache – ermöglichte, einen richtigen altenglischen Rauhaar-Ur- Terrier, (der bekannte Kynologe Hans Räber nimmt an, es wäre ein Ur- Fox-Terrier in schwarz-roter Färbung gewesen) eine Hündin zu erwerben. Sie stammte aus reiner Jägerzucht und erhielt den Namen „Forma Baltia“. Die Hündin hatte die erwünschte rechteckige Figur, also einen längeren Rücken als der Foxterrier, war tief gestellt mit kräftigen Läufen, vorne und hinten sehr gut gewinkelt und keine Spur von der steilen Schulter- und Überarmläge des Fox Terriers. Sie wies ein der Idealvorstellung entsprechendes gutes Jagdhundegebäude mit knappem, hartem Rauhaar auf. All diese erwünschten Eigenschaften gab die Hündin ihrer Tochter „Möve Baltia“ weiter, die es wieder ihrem Sohn, „Illo Palatia“ vererbte, der als häufig eingesetzter Deckrüde diese gründlich in der Jagdterrierzucht verankerte. Zu gleicher Zeit erwarb Grünewald von einem englischen Offizier der Besatzung Wiesbaden (nach dem 1. Weltkrieg!) einen sehr guten Welsh Terrier Rüden von jagdlich bestens ausgewiesenen Elterntieren. Dieser kleine, stämmige, rauhaarige Rüde, soll besonders nervenstark und wesensfest und enorm ruhig gewesen sein und vererbte seien guten Anlagen auch weiter. Er ging als „Färber vom Schützenrain“ in die Geschichte der Jagdterrierzucht ein, unter anderem auch als Vater des bekannt guten Vererbers „Illo Palatia“.Ein zweiter Rüde, „Helfer Baltia“, den Dr. Lackner aus gutem Welsh Terrier Stamm erworben hatte, wurde ebenfalls zur Zucht verwendet, allerdings nicht in dem Ausmaß, wie dies mit Färber geschah. Somit dürften wohl nicht die vier Heck-Hunde, sondern drei schwarz-roten rauhaarige Terrier „Forma, Färber, Helfer“ die Stammhunde der Rasse „Deutscher Jagdterrier“ gewesen sein.

Ob nun nicht doch, zu irgendeinem Zeitpunkt vereinzelt Jagdschnauzer eingezüchtet wurden, lässt sich nicht gänzlich ausschließen, noch irgendwie nachweisen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang Dr. Lackner das Zuchtgeschehen wieder zu aktivieren. Er leitete den „Deutschen Jagdterrierklub“ bis zu seinem Ableben im Jahre 1966.Der DJT erfreut sich nach wie vor bei Jägern großer Beliebtheit.

1947 wurde in Österreich der Club für Österreichische Jagdterrier aus der Taufe gehoben.1953 entstand auch in der Schweiz ein Klub für den kleinen Jagdgebrauchshund.

Dr. Lackner selbst charakterisiert in seinem 1948 erschienenen Buch den Jagdterrier folgendermaßen: „/Der Deutsche Jagdterrier‘ heutiger Züchtung soll ein kleiner Gebrauchshund für den Waldjäger sein, dessen Hauptarbeitsgebiet unter der Erde an Fuchs und Dachs und über der Erde an allem Raubzeug und Sauen liegt. Außerdem soll ihn seine feine Nase zum Ausarbeiten der Schweißfährte befähigen und sein//Schneid, seine Schnelligkeit und Gewandtheit zum Stellen und Niederziehen kranken Schalenwildes mit Drosselgriff. Seine Wasserpassion, die ihm durchweg zu eigen ist, befähigt ihn zum Durchstöbern kleiner, schilfbestandener Gewässer und zum Bringen des erlegten Wasserwildes.“/ Diese Definition trifft auch heute, 60 Jahre nach ihrer Veröffentlichung, immer noch zu.

Während der Deutsche Jagdterrier 1996 beim VDH 1023 Einträge zu verzeichnen hatte, waren es im Jahr 2005 “nur“ 863. Es bleibt aber abzuwarten, ob die leicht sinkende Tendenz anhält, oder ob die Einträge für 2006 wieder höher sein werden.

 

Verwendung und Wesen

Der Deutsche Jagdterrier ist ein Jagdgebrauchshund vom Jäger für den Jäger. Während in früheren Zeiten sein Einsatz unter der Erde auf Fuchs und Dachs im Vordergrund stand, so wird er heute ebenso häufig für die Stöberarbeit auf Schalenwild bei Bewegungsdrückjagden mit Erfolg eingesetzt. Er eignet sich aber ebenso gut für die Arbeit nach dem Schuss. Obwohl man ihm es aufgrund seiner Statur zuerst kaum zutraut, zeigt er auch ausgezeichnete Apportierarbeit. Durch seine Ausdauer, seinen Finderwillen und natürlich durch die feine Nase eignet er sich auch hervorragend. Die Wasserarbeit stellt für ihn ebenfalls keinerlei Probleme dar.

Wie fast alle Terrierarten versucht auch der DJT, seine Grenzen immer wieder neu auszuloten und jede Schwäche seiner Menschen auszunutzen.

Deshalb ist der überaus selbstständig arbeitende kleine Jagdgebrauchshund unter gar keinen Umständen der richtige Hund für einen inkonsequenten, sehr nachgiebigen Führer Wie ich, anhand der Vermisstmeldungen bei Jagdhunden, immer wieder feststellen kann, neigt er dann dazu, sich dem Einfluss seines Führers- komplett zu entziehen und das Weite zu suchen. Für Gelegenheitsjäger ist dieser arbeitswillige, hochpassionierte Jagdhund auch nicht der geeignete Begleiter, da er die regelmäßige Arbeit braucht, um ausgeglichen zu sein. Nur richtig ausgebildet und auch dementsprechend gefördert und gefordert, wird der Deutsche Jagdterrier seinen Besitzer auch als Leittier anerkennen, sich ihm sich eng anschließen und Freude, sowohl auf der Jagd als auch zu Hause, bereiten.

Aus den oben genannten Gründen ist er als reiner Familienhund nicht zu halten. Solche Versuche enden, besonders dann, wenn die Halter keine für den Hund einigermaßen befriedigende Ersatzbeschäftigung finden, leider meist mit der Abgabe des Tieres an ein Tierheim.

 

 

Standard

*FCI-Standard Nr.103 / 20.1.1998/ D*

_*DEUTSCHER JAGDTERRIER*_

_* _URSPRUNG_: Deutschland. *

_*DATUM DER PUBLIKATION DES ORIGINALSTANDARDS: *___05.02.1996.

*_VERWENDUNG _**:*Vielseitig einsetzbarer Jagdgebrauchshund, besonders für die Baujagd und als Stöberhund.

Gruppe 3                            Terrier.

Sektion 1                             Hochläufige Terrier.

Mit Arbeitsprüfung

 

*_KLASSIFIKATION F.C.I._*:

*_KURZER GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK_*:  Nach dem ersten Weltkrieg trennten sich einige aktive Jäger von dem zahlenmäßig starken Foxterrier-Club, um eine Zucht aufzubauen, die sich ausschließlich an der jagdlichen Leistung orientieren   sollte. So beschlossen die erfahrenen Jagdkynologen Rudolf Frieß Walter Zangenberg und Carl-Erich Grünewald, einen schwarz-roten Jagdhund für die Arbeit unter der Erde zu züchten.

Ihren Bestrebungen kam ein Zufall zu Hilfe. Zoodirektor Lutz Heck/Hagenbeck schenkte Walter Zangenberg vier schwarz-rote Terrier, die aus reingezüchteten Foxterrierstämmen stammen sollten.  Mit diesen Hunden wurde die Zucht des Deutschen Jagdterriers begründet. Zu der Zeit stieß Dr. Herbert Lackner zu den Begründern der Rasse.  Gemeinsam gelang es durch geschicktes Einkreuzen des altenglischen rauhhaarigen Urterriers sowie des Welsh Terriers nach jahrelangen intensiven Zuchtbemühungen das Erscheinungsbild dieser Rasse zu festigen. Gleichzeitig legte man großen Wert darauf, einen vielseitig veranlagten, harten, spurlauten und wasser- freudigen Hund mit ausgesprochenem Jagdinstinkt und bester Abrichtefähigkeit zu züchten.

1926 wurde der Deutsche Jagterrier-Club e.V. gegründet.  Nach wie vor legen die Züchter des Deutschen Jagdterriers allergrößten Wert auf jagdliche Brauchbarkeit, Wesensfestigkeit, Mut und Schneid dieses Jagdhundes.

 

*_ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD_*: Kleiner, allgemein schwarzroter, kompakter, gut proportionierter Jagdgebrauchshund.

*_WICHTIGE MASSVERHÄLTNISSE_*:

Verhältnis Brustumfang / Widerristhöhe:

Der Brustumfang ist 10 bis 12 cm größer als die Widerristhöhe.

Länge des Körpers / Widerristhöhe:

Körper geringfügig länger als die Höhe am Widerrist.

Tiefe der Brust / Widerristhöhe:   Zirka 55 – 60 % der Widerristhöhe.

*_VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN)_*: Mutig und hart, arbeitsfreudig und ausdauernd, vital und temperamentvoll, zu-verlässig, umgänglich und führig, weder scheu noch aggressiv.

 

*_KOPF_*: Gestreckt, etwas keilförmig, nicht spitz, Fang etwas kürzer als der Schädel vom Hinterhauptstachel bis zum Stirnabsatz.

_OBERKOPF_:

_Schädel_: flach und zwischen den Ohren breit.  Zwischen den Augen schmaler.

_STOP_: Gering ausgebildet.

_GESICHTSSCHÄDEL_:

_Nase_: Dem Fang entsprechend soll sie weder zu schmal noch zu klein sein, nicht gespalten, schwarz, bei brauner Hauptfarbe der Behaarung auch braun.

_Fang _: Kräftig, tiefer Unterkiefer, stark ausgeprägtes Kinn.

_Backen_: Ausgeprägt.

_Lefzen_: Straff anliegend und gut pigmentiert.

_Kiefer / Gebiss / Zähne_: Große Zähne. Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Mit 42 Zähnen gemäß der Zahnformel.

_Augen_: Dunkel, klein, oval, gut und verletzungssicher eingesetzt; gut anliegende Lider.  Entschlossener Ausdruck.

_Ohren_: Leicht anliegendes Kippohr, hoch angesetzt, nicht ausgesprochen klein, V-förmig.

*_HALS_*: Kräftig, nicht zu lang, etwas aufgesetzt mit stärkerem Übergang zur Schulter.

*_KÖRPER_*:

_Obere Linie_: Gerade.

_Widerrist _: Ausgeprägt.

_Rücken_: Stark, gerade, nicht zu kurz.

_Lendenpartie_: Kräftig bemuskelt.

_Kruppe_: Kräftig bemuskelt, flach.

_Brust_:  Tief, gut gewölbte Rippen, nicht zu breit, langes Brustbein mit gut zurückreichenden Rippen.

_Untere Linie_: Verläuft in einem eleganten Bogen nach hinten, kurze straffe Flanken, leicht aufgezogener Bauch.

*_RUTE_*: Gut an langer Kruppe angesetzt, um zirka 1/3 gekürzt. Kann eher etwas weniger angehoben als steil aufgerichtet getragen werden, darf sich nicht über den Rücken neigen. (In Ländern, in denen der Gesetzgeber ein Rutenkupierverbot erlassen hat, kann die Rute naturbelassen bleiben.  Sie sollte waagrecht bzw. leicht säbelförmig getragen werden.)

*_GLIEDMASSEN_*__

_VORDERHAND_:

_Allgemeines_: Die Läufe von vorne betrachtet gerade und parallel, von der Seite betrachtet gut unter dem Körper stehend. Der Abstand vom Boden bis zu den Ellenbogen ist etwa gleich dem von den Ellenbogen bis zum Widerrist.

_Schultern_: Gut schräg und nach hinten liegendes langes Schulterblatt, kräftig bemuskelt. Gute Winkelung von Schulterblatt und Oberarm.

_Oberarm_: Möglichst lang, gut und trocken bemuskelt.

_Ellenbogen _: Am Körper anliegend, weder einwärts noch auswärts gedreht. Gute Winkelung von Oberarm und Unterarm.

_Unterarm_: Trocken und senkrecht stehend, kräftige Knochen.

_Vorderfuß__wurzelgelenk_: Kräftig.

_Vordermittelfuß_:  Leicht nach vorne gerichtet, Knochen eher kräftig als fein.

_Vorderpfoten_:   Oft   breiter   als die Hinterpfoten, mit eng neben- einander liegenden Zehen und genügend dicken, derben, widerstandsfähigen und gut pigmentierten Ballen. Sie fußen parallel, im Stand und in der Bewegung weder ein- noch auswärts gerichtet.

_HINTERHAND_:

_Allgemeines_: Von hinten betrachtet gerade und parallel. Gute Winkelungen von Ober- und Unterschenkel sowie von Unterschenkel und Hintermittelfuß. Kräftige Knochen.

_Oberschenkel _: Lang, breit und muskulös.

_Knie_: Kräftig, mit guter Winkelung von Ober- und Unterschenkel.

_Unterschenkel_: Lang, muskulös und sehnig.

_Sprunggelenk_: Tiefstehend und kräftig.

_Hintermittelfuß_: Kurz, senkrecht stehend.

_Hinterpfoten_: Ovalrund, mit eng nebeneinanderliegenden Zehen und genügend dicken, derben, widerstandsfähigen und gut pigmentierten Ballen. Sie fußen parallel im Stand und in der Bewegung, weder ein – noch auswärts gerichtet.

*_GANGWERK_*: Raumgreifend, guter Vortritt und guter Schub, flüssig, in Vorder- und Hinterhand gerade und parallel, nicht stelzend.

*_HAUT_*: Dick, straff anliegend, ohne Faltenbildung.

*_HAARKLEID_*:

_Beschaffenheit des Haares_:  Schlichtes, dichtes, hartes Rauhhaar oder derbes Glatthaar.

_Farbe_: Die Farbe ist schwarz, dunkelbraun oder schwarzgrau meliert mit rotgelben, scharf abgegrenzten sauberen Abzeichen an Augenbrauen, Fang und Brust, Läufen und Waidloch (After). Helle und dunkle Maske gleichermaßen erlaubt; kleine weiße Abzeichen an Brust und Zehen werden toleriert.

*_GRÖSSE / GEWICHT_*:

Widerristhöhe:

Rüden:                                 33 bis 40 cm

Hündinnen:                        33 bis 40 cm

Gewicht (erwünschtes Arbeitsgewicht):

Rüden:                                 9 bis 10 kg

Hündinnen:                        7,5 bis 8,5 kg

*_FEHLER_*:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten ist als Fehler anzusehen, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.  Das Fehlen eines oder beider M3 ist kein Fehler.

 

*_SCHWERE FEHLER_*:

Schmaler   Schädel, schmaler   auch   spitzer   Fang,

fliehender Unterkiefer, enge Kiefer, schwaches Gebiss, jede

geringfügige unregelmäßige Stellung der Schneidezähne.

Helle oder gefleckte Nase.

Helle, zu große oder vorstehende Augen.

Stehohr, Flatterohr, zu kleine, zu tief angesetzte oder zu schwere Ohren.

Steile Vorderhand.

Senk- oder Karpfenrücken, zu kurzer Rücken.

Kurzes Brustbein.

Zu schmale, zu breite Front.

Steile Hinterhand, überbaut.

Stark nach außen oder innen gedrehte

Ellenbogen, zeheneng, zehenweit, kuhhessig, O-beinig oder enghessig; sowohl im Stand wie auch in der Bewegung.

Passgang, stelzender oder trippelnder Gang.

Gespreizte Pfoten, Katzenpfoten.

Überzogene Rute, zu tief angesetzte Rute, hängend getragene Rute.

Kurzhaar, wolliges Haar, offenes oder dünnes Haar.

Unbehaarter Bauch und Schenkelinnenseiten.

*_AUSSCHLIESSENDE FEHLER_*:

Wesensschwäche, Schuss- und Wildscheue.

Vor- und Rückbiss, Kreuzbiss, Zangenbiss,

partielle Zange, Kulissengebiss, fehlende Zähne außer M3.

Pigmentfehler.

Ektropium, Entropium, unterschiedliche Augenfarbe,

blaue   oder gesprenkelte Augen.

Fehlfarben.

Über- und Untergröße.

*N.B.*: Rüden müssen zwei offensichtlich   entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

 

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Texte zur Geschichte und Verwendung: Silvia Gabler,  http://jagdhunde.repage4.de/

 

Quellenangabe:

*Photo* auf dieser Seite: *Orby vom Goldacker* genannt, Oskar,

Besitzerin Ursula Deubel

<http://www.oskar-deutscher-jagdterrier/><http://www.oskar-deutscher-jagdterrier.de/>www.oskar-deutscher-jagdterrier

<http://www.oskar-deutscher-jagdterrier.de/>.de

*Standard FCI* www.fci.be <http://www.fci.be/>

*Eintragungszahlen VDH* www.vdh.de

<http://www.vdh.de/><http://www.vdh.de/>

*Der Hund* Ausgabe 2/2000

*Weidwerk* Ausgabe 12/2005

*Deutscher Jagdterrier*   Hans Schindl – Kynos Verlag.*   *

***Enzyklopädie der Jagdhunde* Hans Räber Kosmos Verlag