Land- und Waldbau

 

Die einzelnen Bodenarten unterscheiden sich durch eine mengenmäßig unterschiedliche Zusammensetzung von mineralischen Teilchen verschiedener Korngrößen. Es gibt die Hauptbodenarten Sand, Schluff und Ton. Wenn ein Gemisch dieser Hauptbodenarten alle drei Faktoren in nennenswerten Anteilen enthält, bezeichnet man dies als Lehm. Es gibt unzählige Mischungen dieser drei Komponenten.

Fruchtbare Böden bestehen aus vielen mineralischen und organischen Bestandteilen (Humus). Sie bilden zusammen die sogenannte Feinerde (Korngröße kleiner als 2 mm). Ist der Anteil von Ton zu hoch, führt dies zu einer Bodenverdichtung. Die Aufnahmebereitschaft von Luft und Wasser nimmt ab und die Bodenbearbeitung wird schwerer. Lockere, humushaltige Böden sind dagegen gut belüftet und bieten einen hervorragenden Lebensraum für Kleinstlebewesen und Mikropilze.

Aus dem Zustand des Bodens und seiner jeweiligen Zusammensetzung (Sand-/Tonanteil) resultiert die Einteilung in:

  • leichte Böden mit hohem Sandanteil,
  • mittelschwere Böden mit ausgewogenem Sand- / Tonanteil,
  • schwere Böden mit hohem Tonanteil.

Pflanzenreste wie z. B. Halme, Blätter, Stengel (Waldstreu) und Pilze bilden die Grundlage zur Humusbildung. Eine erste mechanische Zerkleinerung erfolgt durch die Kleinlebewesen des Bodens wie z. B. Käfer, Würmer, Milben. Tiefer liegende Pflanzenreste sind zerfressen, durchlöchert und skelettiert. Eine weitere Umwandlung erfolgt durch Bakterien und Mikropilze.

Durch die Mineralisierung im Boden werden die Nährstoffe zu Nährsalzen umgewandelt. Böden mit einem hohen Humusanteil

sind gut durchlüftet. Von besonderer Bedeutung für die Durchmischung und Lockerung des Bodens sind Regenwürmer, die mit ihren Grabröhren für guten Luftaustausch und optimale Sickerwasserführung sorgen. Lössböden sind aus fein zermahlenem, eiszeitlichen Moränenschutt entstanden. Sie sind feinporig, humushaltig und können viel Wasser aufnehmen. Die Bodenreaktion ist neutral. Lössböden sind beste Böden (Bodenwertzahl 91 – 100).

Kalkböden entstehen aus der Verwitterung von kalkhaltigem Gestein, das aus Meeresablagerungen entstanden ist. Kalkböden enthalten über 20 % Kalk und sind trocken und warm, können aber die Feuchtigkeit nur schlecht speichern. Ein leichtes Erkennungsmerkmal ist das Vorkommen vieler Gehäuseschnecken. Die Bodenreaktion von Kalkböden ist neutral bis alkalisch.

 

 Das Vorkommen bestimmter Wildpflanzen (Weiserpflanzen)

kann Rückschlüsse zulassen auf den Nährstoff-, Kalk- undWasser

gehalt des Bodens, wie zum Beispiel:

 

Ackerrittersporn                     =          kalkhaltig

Heidekraut                               =          trocken, sauer, nährstoffarm

Brennnessel                             =          gute Stickstoffversorgung

Dinkel

Sumpfdotterblume                 =          feucht

Kleiner (Sauer-)Ampfer         =          saurer Boden